Armut

In den vergangenen Jahren wurden weltweit Erfolge bei der Reduzierung von Armut erzielt – seit 1990 konnten sich mehr als eine Milliarde Menschen aus extremer Armut befreien. Dennoch lebten 2015 noch immer rund zehn Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut.

Das heißt: Über 700 Millionen Menschen lebten von weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag. Darüber hinaus sind 1,3 Milliarden Menschen von multidimensionaler Armut betroffen: Das bedeutet, sie haben keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Bildung, Gesundheit und notwendiger Grundversorgung wie Energie und Wasser.

Die globalen Fortschritte waren zudem ungleich verteilt, sowohl innerhalb eines Landes als auch im Ländervergleich haben nicht alle Länder und Bevölkerungsgruppen im gleichen Umfang profitiert.
Mehr als 75 Prozent der Bevölkerung im globalen Süden leben in Ländern mit steigender Einkommensungleichheit.

Wachsende Ungleichheit verhindert nachhaltige Entwicklung und verringert das Wirtschaftswachstum und den sozialen Zusammenhalt von Gesellschaften. Darüber hinaus werden bestimmte Bevölkerungsgruppen, oft Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen oder Minderheiten, systematisch zurückgelassen.

Diese benachteiligten Gruppen bedürfen im Kontext des Klimawandels einen besonderen Schutz. Aufgrund ihrer Randstellung, ob sozial, wirtschaftlich oder auch geografisch, sind sie übermäßig stark vom Klimawandel betroffen. Sie leiden öfter und mehr unter den Folgen des Klimawandels und erholen sich davon schlechter, was bestehende soziale Ungleichheiten noch verstärkt.

 

Benachteiligte Gruppen haben eigene Strategien zur Bewältigung von Klimastress: Sie kürzen ihre Gesundheitsausgaben, verkaufen Vermögenswerte wie Nutztiere oder verlassen sich auf Nachbarschaftshilfe. Aber sie bleiben strukturell benachteiligt, da sie von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen sind. So wirkt der Klimawandel nicht nur kurzfristig existenzbedrohend, sei es während eines Sturms oder in der Aufbauzeit nach einer Flutkatastrophe, sondern er vermindert systematisch ihre Fähigkeit zur Selbsthilfe und verstärkt Abhängigkeiten von anderen. Spendenaktionen und andere Hilfen müssen nachhaltig Veränderungen anschieben, statt nur die Symptome solcher Abhängigkeiten zu lindern.

Anteil der Menschen, die unter

1,90 USD pro Tag leben

 2010-2015, 2019 Nowcast und Prognose vor und nach COVID-19 (Prozentsatz)

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COVID-19 verschiebt Prognose zum globalen Ziel, extreme Armut zu beenden.
Der Anteil der in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung sank von 15,7 Prozent im Jahr 2010 auf 10,0 Prozent im Jahr 2015. Das Tempo der globalen Armutsbekämpfung hat sich jedoch verlangsamt.

Schon vor COVID-19 deuteten Basisprognosen darauf hin, dass 6 Prozent der Weltbevölkerung im Jahr 2030 immer noch in extremer Armut leben würden, ohne das Ziel, die Armut zu beenden. Unter der Annahme, dass die Pandemie auf dem derzeit erwarteten Niveau bleibt und sich diese Aktivität später in diesem Jahr erholt, wird die Armutsrate voraussichtlich 8.8 Prozent im Jahr 2020 erreichen. Dies ist der erste Anstieg der globalen Armut seit 1998 und nahe am Niveau von 2017. Schätzungsweise 71 Millionen weitere Menschen werden aufgrund von COVID-19 in extremer Armut leben. Es wird erwartet, dass in Südasien und Afrika südlich der Sahara die extreme Armut am stärksten zunimmt, wobei weitere 32 Millionen bzw. 26 Millionen Menschen infolge der Pandemie unter der internationalen Armutsgrenze leben.

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