Entwaldung

Wälder sind wahre Schatzkammern der Natur. Sie bieten Nahrung, Wasser, Baumaterial, Rohstoffe, Brennstoff, Heilpflanzen und für mehr als 1,6 Milliarden Menschen auch Lebensraum. Außerdem beherbergen sie einen sehr großen Teil der bekannten Tier- und Pflanzenarten. Als die "Lungen der Welt" produzieren Wälder Sauerstoff, binden das klimaschädliche Kohlendioxid und haben deshalb entscheidenden Einfluss auf das Weltklima. Sie speichern Wasser und wirken regulierend auf Temperatur und Niederschlagsmengen. Kurz gesagt: Die Wälder sind für das Überleben der Menschheit unverzichtbar.

Doch jedes Jahr gehen – vor allem in den Tropen – mehr als sieben Millionen Hektar Wald verloren: Das ist eine Fläche der Größe Bayerns. Zwar ist das, auch dank internationaler Anstrengungen, weniger als noch in den 1990er Jahren, doch gemessen an der Bedeutung des Waldes für Umwelt und Klima ist dieser Verlust immer noch besorgniserregend. Ein Großteil der Waldzerstörung wird durch den Anbau von Agrargütern und internationale Agrarlieferketten verursacht.

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Der Lebensraum Wald

Etwa 80 Prozent der Landlebewesen nutzen den Wald als Lebensraum. Sie leben entweder dauerhaft im Wald oder nutzen ihn beispielsweise für die Brutzeit. Wenn die Menschen immer tiefer in den Wald eindringen und die Waldfläche durch menschliche Nutzung schwindet, kommt es zu immer mehr Kontakten zwischen Menschen und Tieren.

Etwa 60 Prozent aller heute bekannten Infektionskrankheiten sind sogenannte Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die irgendwann von Tieren auf Menschen übergesprungen sind.

Verantwortlich aber für die Zunahme dieser Krankheiten sind nicht die Wildtiere. Es sind unsere wachsenden Interaktionen mit Primärwäldern und ihren zunehmend zerstörten Lebensräumen, die das Überspringen von Krankheitserregern von Tieren auf Menschen ermöglichen und Mutationen begünstigen.

Vom Waldverlust besonders betroffen sind die wertvollen tropischen Regenwälder, die 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Zusammen mit den anderen Wäldern der Erde speichern sie die Hälfte des terrestrisch gebundenen Kohlenstoffs. 15 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Waldzerstörung. Die Haupttreiber hier sind Abholzung, Landnutzungswandel (z.B. durch Landwirtschaft), Infrastruktur, Waldbrände und Brennholznutzung. Zwischen 1990 und 2015 wurden Naturwälder auf einer Fläche vernichtet, die mehr als 6,5-mal so groß ist wie Deutschland (239 Millionen Hektar Naturwälder) – vor allem in den Tropen. Bei weiteren 185 Millionen Hektar hat sich die Qualität des Waldes vor allem durch Übernutzung verschlechtert. Für 80 Prozent des globalen Waldverlusts ist die Ausweitung der Landwirtschaft (u. a. für Palmöl, Soja) und der Holz- und Zellstoffplantagen verantwortlich. In Afrika und Südamerika wächst der Nutzungsdruck auf die Wälder mit dem Anstieg des weltweiten Ressourcenverbrauchs (vor allem für Papier, Fleisch und Palmöl), der auch ein Ergebnis des Bevölkerungszuwachses ist. Die Naturwaldzerstörung verlangsamte sich in Asien nur deshalb geringfügig, da dort die Wälder schon großräumig vernichtet wurden.

Aerial View of Deforestation
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Entwaldung während des Lockdowns

Der weltweite Holzeinschlag und der damit verbundene Verlust von Primärwäldern, insbesondere in den tropischen Regionen mit großem Bevölkerungswachstum, lässt die Übertragung von Krankheitserregern (Zoonosen) auf den Menschen besonders ansteigen. Während fast alle Welt massive soziale und wirtschaftliche Restriktionen in Kauf nimmt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, geht mit der fortschreitenden Entwaldung das Auftreten neuer Krankheiten und Pandemien ungebremst weiter.

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Blades of Grass

Entwaldungsschnittpunkte

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Naturschutz