Biodiversität

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Genetische Vielfalt

Dass sich selbst nah verwandte Organismen voneinander unterscheiden, zeigt schon der Blick auf die eigenen Eltern oder Kinder. Will man also eine Art erhalten, reicht es nicht, nach dem Noah-Prinzip ein Pärchen in einen Zoo aufzunehmen oder eine Samenbank einzurichten. Denn damit würde aus der Fülle der genetischen Information nur ein Bruchteil erhalten bleiben. Will man genetische Vielfalt bewahren, müssen möglichst viele unterschiedliche Individuen einer Art überleben. 

02

Artenvielfalt

Jeder kann sich unter Tier- und Pflanzenarten etwas vorstellen. Nur leider kennen wir die allermeisten Arten gar nicht. Rund zwei Millionen Tier- und Pflanzenarten sind bekannt, tatsächlich gibt es schätzungsweise mindestens zehnmal so viele. Die meisten davon sind Insekten, die in den tropischen Regenwäldern leben. 

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Vielfalt der Ökosysteme

Bei den Ökosystemen geht es um die komplexe Beziehung zwischen den Arten und ihrer Umwelt, und vor allem geht es um Dynamik. Arten sind nicht statisch. Sie verändern sich nach den Gesetzen der Evolution. Und so brauchen wir ausgedehnte natürliche Wälder, große Korallenriffe, riesige Savannen und all die anderen Ökosysteme, die die Vielfalt dieser Erde ausmachen, damit auch genügend genetische Information und unterschiedliche Arten erhalten bleiben.

Warum 30 x 30?

Als die Aichi-Ziele im Jahr 2010 gegründet wurden, wurden ungefähr 13 % der terrestrischen Gebiete der Welt geschützt, während nur sehr wenige Schutzmaßnahmen im Ozean existierten.

Derzeit sind schätzungsweise 15 % des weltweiten Landes und 7 % des Ozeans geschützt. 

 

Experten sind sich einig, dass ein wissenschaftlich glaubwürdiges und notwendiges Zwischenziel darin besteht, bis 2030 einen Schutz von mindestens 30 % zu erreichen. Um das Ziel zu erreichen, müssen wir den derzeitigen Landschutz verdoppeln und den derzeitigen Meeresschutz mehr als vervierfachen.

Palm Trees

DAS ZIEL 30x30

Warum in den Erhalt von Biodiversität investieren?

Die Vielfalt der Natur ist die Grundlage unseres Lebens und der globalen wirtschaftlichen Entwicklung. Sie ist Vorbild für technische Innovationen und trägt zum Klimaschutz bei. Was Arten und Ökosysteme leisten – von der Bestäubung der Kulturpflanzen bis hin zur Abfallbeseitigung und Reinigung von Wasser und Böden –, ist unermesslich.

 

Wir sind selbst Teil der Natur und fühlen uns auch emotional mit ihr verbunden. Die biologische Vielfalt ist das Kapital dieser Erde, entstanden in 3,5 Milliarden Jahren Evolution, und mit jeder ausgerotteten Art schmälern wir die Ertragsbasis und die Möglichkeiten kommender Generationen, frei über ihre Entwicklung zu entscheiden. Ausgelöschte genetische Information, weniger Arten und geschädigte Ökosysteme verringern die Zukunftschancen unserer Kinder und Enkel. 

Schutzgebiete sind Puffer, Regulatoren und Refugien, und artenreiche Kulturlandschaften minimieren Risiken. Die Erde hat in Jahrmillionen Massensterben, Eis- und Warmzeiten, Kometeneinschläge und Vulkanausbrüche mit drastischen Klimaänderungen erlebt. Die Natur wird weiterexistieren. Mit oder ohne Klimawandel und Artenschwund. Die vom Menschen verursachten fundamentalen globalen Veränderungen betreffen vor allem eine Art: den Menschen selbst. 

Neben der Klimakrise steht die Welt vor der Herausforderung der Biodiversitätskrise entgegenzuwirken. Laut dem BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wird dies durch folgende sechs Zielsetzungen erreicht:

1. In Biodiversität investieren

Investitionen für den Erhalt von Biodiversität müssen gesteigert werden. Dafür müssen auch neue Finanzierungsquellen aus dem Privatsektor und von Philanthropen mobilisiert werden.

2. Naturschutzgebiete stärken und ausweiten

Schutzgebiete müssen gestärkt und ausgeweitet werden. Ziel soll es sein, 30 Prozent der Meeresfläche und 30 Prozent der Landfläche unter Naturschutz zu stellen.

3. Wilderei und illegalen Wildtierhandel weltweit bekämpfen

Wir müssen Wilderei und illegalen Wildtierhandel weltweit bekämpfen, entlang der gesamten Lieferkette. Wir brauchen insbesondere einen Rückgang der Nachfrage nach Wildtierprodukten.

4. Neue Biodiversitätsverluste verhindern

Wir müssen insbesondere für unsere Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei nachhaltige Nutzungskonzepte umsetzen - als Schlüssel für die globale Ernährungssicherheit. Gleichzeitig muss sich unser Konsumverhalten ändern. 

5. Synergien zum Klimaschutz verstärken

Wir müssen Biodiversität, Klimaschutz und -anpassung zusammen denken. Das Pariser 1,5- Grad-Ziel zu erreichen, ist eine wichtige Voraussetzung für den Biodiversitätserhalt. 

6. "One-Health"-Ansatz weltweit umsetzen

Wir müssen den One-Health-Ansatz weltweit einführen und umsetzen. Die Gesundheit von Menschen, Nutz- und Wildtieren sowie Ökosysteme ist eng miteinander verknüpft. Ein intaktes Ökosystem sorgt für gesunde Wildtiere und gesunde Menschen. Erreger für Infektionskrankheiten können auf diese Weise nicht so einfach überspringen und sich verbreiten.

Close Up of Leaf

Biodiversitätsschnittpunkte

Gesundheit

Gerechte


demokratische

Gesellschaften

Bevölkerungs-

entwicklung 

Bildung

Konsum-

 

verhalten